Florian Künstler - Alles nur geliehen

Florian Künstler bleibt der Typ, der dir mit einem einzigen Vers das Herz aufmacht – und es auf „Alles nur geliehen“ noch ein bisschen ehrlicher meint als sonst.
Nach dem Charterfolg mit Du bist nicht allein legt er jetzt nach – mit seinem dritten Studioalbum, das nicht glänzt, sondern leuchtet. Keine Filter, kein Pop-Pathos, sondern Songs, die so klingen, als würde ein Freund dir abends im Wohnzimmer was vorspielen. Nah dran, leise stark.
Gleich der Opener „So lang nicht mehr getanzt“ holt einen aus dem Alltag wie eine Umarmung aus dem Nichts. Bei „Ich weiß nicht wie“ wackelt das Herz ein bisschen, bei „Wehe du gibst auf“ fühlt man sich verstanden. Und dann kommen die Features: Mit Clara Lösel in „Alles geht vorbei“ trifft Melancholie auf feine Harmonie, und „Kirschblüten“ mit 1986zig bringt diesen urbanen Touch rein, ohne sich anzubiedern. Das Album klingt nie überladen, sondern geerdet – ein bisschen verletzlich, aber gerade deshalb stark.
„Alles nur geliehen“ ist kein Album, das laut schreit. Es flüstert, trifft, bleibt. Florian Künstler beweist damit: Man muss keine großen Töne spucken, um groß zu klingen. Wer gerade auf der Suche nach Songs mit Seele ist – gefunden.
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